Kantor und Organist

Hans-Joachim Dumeier
Tel. 06061-7062911

zur Person:

Hans-Joachim Dumeier studierte Kirchenmusik an der Hochschule Herford und der Staatlichen Hochschule für Musik in Detmold. Dem A-Examen schloss sich ein Orgelstudium bei Professor Daniel Roth am Konservatorium in Straßburg an, das er mit dem Solistendiplom für Orgel abschloss. Seit 1986 arbeitet Hans-Joachim Dumeier als Dekanatskirchenmusiker in Michelstadt. Er ist Initiator und Mitbegründer der „Michelstädter Musiknacht“, deren künstlerische Leitung er inne hat, des „Vereins zur Förderung der Kirchenmusik“ und Organisator des „Michelstädter Orgelsommers“. Vor einigen Jahren hat er die Konzertreihe "Klangwelten" ins Leben gerufen. Seit 2012 gibt es die "Michelstädter Bachkonzerte", die sich den Klavier- und Orgelwerken Johann Sebastian Bachs widmet. Seine rege Konzerttägigkeit führte ihn neben Deutschland auch nach Frankreich, Italien, Holland und in die USA. Seit 1997 konzertiert er mit der Klezmer-Klarinettistin Irith Gabriely unter dem Thema „Church meets Synagogue“.

 

 

Kantor Hans-Joachim Dumeier ist neuer Botschafter der Stadt

(v.l. T. Robischon, H.J. Dumeier, St. Kelbert)

MICHELSTADT. Zum Botschafter Michelstadts ernannt haben die kommunalen Gremien den Kantor Hans-Joachim Dumeier. Als Musiker, Fachmann und Organisator in ganz Deutschland und darüber hinaus geschätzt, soll er über diesen Titel für seine Wahlheimat werben.

Die Musik hat dem 1957 in Elgershausen geborenen Hans-Joachim Dumeier schon als Kind viel bedeutet. Klavierspielen lernte er im Alter von zehn Jahren. Als er dann aufs Gymnasium nach Kassel kam, war es für den damaligen Jungen selbstverständlich, sich in der Musik-AG zu engagieren. Und weil die Dorfkirche seiner Heimatgemeinde „immer einen für das Orgelspiel gebrauchen“ konnte, lernte der Sekundaner auf Wunsch der Kantorin auch dieses Instrument zu spielen.
So nahm das Leben seinen Lauf in Richtung Musikerdasein. Nach Abitur und Zivildienst studierte Dumeier ab 1977 Kirchenmusik an der Hochschule von Herford in Westfalen, später dann in Detmold. Ausgestattet mit der A-Prüfung ging er nach Straßburg, wo er das Orgeldiplom erwarb. Doch was nutzten die besten Zeugnisse ohne Arbeitsverhältnis? Auf eine Anzeige in einer Fachzeitschrift hin bewarb er sich für die frei gewordene Stelle in Michelstadt, die er am 1. April 1986 antrat. Wohl fühlt er sich seitdem im Odenwald, den er vorher nur dem Namen nach kannte – und für den er umgekehrt nun mit seiner musikalischen und organisatorischen Reputation wirbt.
In einer Reihe mitSchwarz und Siefert
Dass Dumeier zu einem Markenzeichen seiner Stadt geworden ist, hat er nun auch offiziell: Auf einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wurde dem Kantor der Ehrentitel „Botschafter der Stadt Michelstadt“ zuerkannt. Er tritt damit in eine Reihe mit prominenten und gewinnenden Michelstädtern wie der Schauspielerin Jessica Schwarz und dem Konditoren-Weltmeister Bernd Siefert. Von den Würdenträgern erhoffen sich die städtischen Gremien mit Bürgermeister Stephan Kelbert an der Spitze eine erfolgreiche Außen- und Innenwerbung.
Die Überreichung der Bestallungsurkunde an Dumeier erfolgte in einem von Irith Gabriely und Peter Przystaniak musikalisch untermalten Festakt im Beisein von Ehefrau, persönlichen Freunden, Weggefährten, Kommunalpolitikern und Vertretern der Kirchengemeinde im Sitzungssaal des Historischen Rathauses.
Wie auch dabei deutlich wurde, liebt der Kantor das breit gefächerte Arbeitsgebiet, schätzt die angenehme Atmosphäre in der Gemeinde und im Dekanat, wo er die nebenberuflichen Organisten ausbildet. Über die Ausgestaltung von Gottesdiensten, Hochzeiten oder Beerdigungen hinaus sind es der Kirchen-, Kinder- Dekanats- und Gospelchor, die Hans-Joachim Dumeier als Leiter und Lehrer prägt. Und was wären die jährliche Musiknacht, die Reihe der Bachkonzerte, der Orgelsommer oder die Klangwelten ohne Dumeier?
Viermal hat der Fachmann die internationale Sommerakademie für Studenten aus aller Herren Länder mit ausgerichtet, immer wieder ist er gemeinsam mit Irith Gabriely (Church meets synagoge) und Riad Kheder (Church Mosque Synagogne) unterwegs, um mit seinen Klängen Menschen Freude zu bereiten.
Seine rege Konzerttätigkeit führte den Wahl-Odenwälder bereits in viele deutsche Städte, doch auch nach Frankreich, Israel, Italien, Holland und in die USA. Und diese Reisen sind es letztlich auch, die Hans-Joachim Dumeier als Michelstadt-Botschafter besonders prädestinieren. Wie der Kulturkenner und frühere Leiter des Michelstädter Gymnasiums, Ernst Ruppert, in seiner Laudatio vermutete, dürfte für Dumeier die erste Begegnung mit Michelstadt nicht gleich der Beginn einer wunderbaren Freundschaft gewesen sein. Die „musikalische Erotik“ habe sich in jener Zeit sehr in Grenzen gehalten. Doch weil er schon bei seiner ersten Begegnung mit Michelstadt eine spontane Zuneigung der Menschen gespürt habe, sei er geblieben.
Offenheit, Wachheit, Begeisterungsfähigkeit und Mut, auch das Ungewöhnliche, das verrückt Anmutende nicht zu scheuen, seien die Begleiter auf seinem Weg zum musikalischen Erfolg gewesen. Dies alles verbunden mit selbstverständlicher Toleranz, mit Können und Fleiß. So sei Dumeier letztlich die Unterstützung von der Stadt und von ihren Schulen sicher gewesen. Bestimmt habe es seinen Grund, wenn Schulleiter aller Schulen nicht nur Musik Zugeneigte, sondern durchweg Musik Praktizierende seien. Ein zusätzlicher Glücksfall sei der musikalische und freundschaftliche Gleichklang zwischen Hans-Joachim Dumeier, Wolfgang Körber und Peter Martin.
Michelstadt, so Ruppert, spreche über seinen Repräsentanten nun fast alle Sinne an. Jessica Schwarz verwöhne die Augen, Bernd Siefert den Gaumen, Hans-Joachim Dumeier die Ohren. Bürgermeister Stephan Kelbert nannte Hans-Joachim Dumeier einen Glücksfall für die Stadt. Nicht nur seine Vernetzung mit namhaften Musikern in der ganzen Welt, auch seine Konzerte, ebenso die Verbundenheit mit seiner Wahlheimat seien Garanten für eine erfolgreiche Botschafter-Tätigkeit. Der so Geehrte machte in seinen Dankesworten keinen Hehl aus seiner über das Berufsleben erwachten Michelstadt-Liebe. Er versicherte, auch die restliche Zeit seines Schaffens am bisherigen Arbeitsplatz bleiben zu wollen.

(Quelle: Odenwälder Echo vom 08.06.2013, Foto: Ernst Schmerker)

 
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